Bindegewebsmassage: Eine effektive Methode zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens
Die Bindegewebsmassage ist eine therapeutische Technik, die sich auf das Bindegewebe des Körpers konzentriert. Sie wurde in den 1920er Jahren von der deutschen Physiotherapeutin Elisabeth Dicke entwickelt und hat sich seitdem als eine wertvolle Methode zur Behandlung von verschiedenen körperlichen Beschwerden etabliert. Ziel der Bindegewebsmassage ist es, Spannungen im Bindegewebe zu lösen, die Durchblutung zu fördern und die Regeneration des Gewebes zu unterstützen.
Was ist eine Bindegewebsmassage?
Die Bindegewebsmassage basiert auf der Idee, dass das Bindegewebe (Faszien) als „Verbindungssystem“ im Körper fungiert und bei einer Verhärtung oder Verklebung des Gewebes zu Schmerzen und Funktionsstörungen führen kann. Während der Massage werden durch gezielten, mechanischen Druck und spezielle Grifftechniken die Faszien und das darunter liegende Gewebe bearbeitet. Der Therapeut nutzt dabei vor allem zirkuläre, streichende und knetende Bewegungen, die vor allem auf die Haut, das Bindegewebe und die tiefer liegenden Muskelstrukturen wirken.
Durch diese gezielte Stimulation werden Blockaden im Bindegewebe gelöst, die Muskulatur entspannt und die Blutzirkulation angeregt. In vielen Fällen führt die Bindegewebsmassage zu einer Verbesserung der Beweglichkeit und einer Linderung von chronischen Schmerzen.
Indikationen für eine Bindegewebsmassage
Die Bindegewebsmassage hat sich bei einer Vielzahl von Beschwerden als sehr effektiv erwiesen. Sie wird häufig eingesetzt bei:
- Cellulite: Einige Studien deuten darauf hin, dass die Bindegewebsmassage bei der Reduktion von Cellulite eine unterstützende Rolle spielen kann, indem sie das Bindegewebe strafft und die Fettzellen besser durchbluten lässt.
- Narbenbehandlung: Besonders nach Operationen oder Verletzungen können Narbengewebe und das Bindegewebe verkleben. Mit der Bindegewebsmassage können Narben mobilisiert und das Heilungsgeschehen positiv beeinflusst werden.
- Lymphstau und Ödeme: Durch die gezielte Förderung des Lymphflusses hilft die Bindegewebsmassage, Schwellungen zu reduzieren und den Abtransport von überschüssigem Gewebewasser zu unterstützen.
- Stress und Spannung: Die Bindegewebsmassage hat eine entspannende Wirkung auf den gesamten Körper und kann bei stressbedingten Beschwerden und Anspannungen hilfreich sein.
Kontraindikationen der Bindegewebsmassage
Obwohl die Bindegewebsmassage eine sehr effektive Therapie darstellt, gibt es auch einige Kontraindikationen, bei denen die Behandlung nicht durchgeführt werden sollte oder nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden sollte:
- Akute Entzündungen: Bei akuten Entzündungen, wie z.B. bei einer Erkältung, Fieber oder rheumatischen Schüben, sollte auf die Bindegewebsmassage verzichtet werden, da der Körper in diesen Zuständen ohnehin bereits mit einer Überlastung des Immunsystems zu kämpfen hat.
- Offene Wunden oder Hauterkrankungen: Bei Hautverletzungen, offenen Wunden oder akuten Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Psoriasis sollte die Bindegewebsmassage nicht angewendet werden, um Reizungen oder Infektionen zu vermeiden.
- Blutgerinnungsstörungen: Personen mit Blutgerinnungsstörungen oder denen blutverdünnende Medikamente verschrieben wurden, sollten die Bindegewebsmassage nur unter ärztlicher Aufsicht in Anspruch nehmen, da dies das Risiko von Hämatomen oder inneren Blutungen erhöhen kann.
- Schwangerschaft: In der Schwangerschaft sollte die Bindegewebsmassage nur mit Vorsicht angewendet werden, da die Techniken bestimmte Akupressurpunkte aktivieren können, die den Geburtsprozess beeinflussen könnten. Es ist ratsam, vorab mit dem behandelnden Arzt zu sprechen.
- Tumorerkrankungen: Bei Tumorerkrankungen oder in der Nachsorge von Krebserkrankungen sollte diese Massageform vermieden werden, da die erhöhte Blutzirkulation das Tumorwachstum möglicherweise fördern könnte.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck sollte die Bindegewebsmassage nur mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
- Akute Muskelverletzungen: Bei frischen Muskelverletzungen wie Zerrungen oder Prellungen ist es ratsam, auf eine Massage zu verzichten, da dies die Verletzung verschlimmern könnte.